Auf ein Wort
Auf ein Wort mit dem Geschäftsführer Thomas Becke und dem Technischen Leiter Thomas Marquardt:
Frage Redaktion: Herr Becke, SATCOM war das erste Privatunternehmen, das 1992 ein SNG-Fahrzeug in Deutschland betrieben hat. Wie kam das zustande?
Thomas Becke: Wir sind damals eine Kooperation mit der Deutschen Post eingegangen bei der unser Anteil bei 51% lag. Die Zusammenarbeit lief zwei Jahre sehr gut, und irgendwann haben wir die restlichen Anteile von der Post übernommen, weitere SNG-Fahrzeuge gebaut und auf den Markt gebracht.
Frage Redaktion: Wie haben sich die Produktionsmittel seitdem verändert.
Thomas Marquardt: Es haben sich zwei Trends in den letzten Jahren entwickelt. Einmal sind für News-Produktionen schnelle und günstige Produktionsmittel gefragt, die mit einem kleinen Team besetzt werden. Diesen Trend haben wir mit unserem SATCOM easyLINK-System beschleunigt und verstärkt. Der andere Weg sind große HD-Ü-Wagen, die für alle Arten von Sport oder Unterhaltungssendungen benötigt werden.
Frage Redaktion: Was war die bisher schwierigste Produktion, die Satcom umgesetzt hat?
Thomas Becke: SATCOM hat schon viele Produktionen unter schwierigen Bedingungen gemeistert. Wie z. B. die Berichterstattung über den Krieg in Ruanda oder die Übergabe Hongkongs von Groß-Britannien an die Chinesen. Eine Herausforderung war, oder ist auch die Übertragung aus Rom im Todesfalle des Papstes. Wer weiß schon, wann das sein wird. Das bedeutet eine schnelle Reaktion und eine ausgefeilte Logistik.
Eine der spektakulärsten war aber sicher, dass SATCOM es geschafft hat, am Morgen des 12.9.2001 mit Sende- und Produktionsequipment sowie Personal in einem gecharterten Flugzeug für das ZDF in die USA zu fliegen, um von dort zu produzieren und zu übertragen. Schließlich war der Luftraum bis drei Tage nach den Terroranschlägen eigentlich gesperrt.
Frage Redaktion: Herr Marquardt, es fällt auf, dass SATCOM neben der Produktionsdienstleistung auch Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten durchführt. Wie passt das zusammen?
Thomas Marquardt: Wir versuchen immer, Technik noch effektiver einzusetzen oder neue Wege zu gehen, so zum Beispiel mit der bidirektionalen MPEG 4 Übertragung für die tägliche Sendung „Südwild“ im BR. Technik effektiver zu nutzen, war auch die Grundüberlegung für SATCOM easyLINK. Um dies realisieren zu können, müssen wir selbst Hand anlegen, sei es in der Entwicklung oder im Bau der Produktionseinheiten. Da dies sehr gut funktioniert, und wir Ideen sowie Erfahrungen mitbringen, konzipieren und bauen wir mittlerweile auch kleine SNG Fahrzeuge für unsere SATCOM easyLINK Kunden.
Frage Redaktion: Herr Becke, wo geht die Reise hin?
Thomas Becke: Es wird noch ein paar Jahre dauern bis sich HD vollends etabliert hat. Ob 3D danach kommt, wird sich zeigen. Fakt ist nur, dass immer mehr Daten immer schneller verarbeitet und vor allem transportiert werden müssen. Ich bin mir sicher, dass neben der Standard-Satellitenübertragung in absehbarer Zeit weitere Übertragungswege entstehen, die genauso sicher sind und den Anforderungen gerecht werden. Weiter wird es immer mehr Märkte aber auch Diversifizierungen geben. Schließlich muss der iPhone Videonutzer genauso bedient werden wie der HighClass-Nutzer mit einem eigenen Surround-Heimkino.